Wie viel Tech steckt in Ihrem Depot?
Marktausblick Oktober 2026
Im Oktober-Marktupdate betrachtet Werner Krieger die Gewichtung großer Technologiewerte in Aktienindizes wie dem MSCI World und dem S&P 500. Der Investmentanalyst und Geschäftsführer der GFA FP Vermögensverwaltung erklärt, warum er größere Einmalanlagen in entsprechende Index-ETFs kritisch sieht und den Technologieanteil in einigen GFA FP Strategien bereits reduziert hat. Hohe Anleihezinsen und die anstehende Berichtssaison liefern den Hintergrund für seine Einschätzung.
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ETF-Gewichtungen bei größeren Einmalanlagen prüfen
Ein ETF auf den MSCI World oder den S&P 500 enthält viele Aktien. Doch für die Streuung zählt auch, wie stark die einzelnen Unternehmen gewichtet sind. Große Technologiekonzerne können die Entwicklung eines Index erheblich prägen. Wer einen größeren Betrag investieren möchte, sollte deshalb genauer auf die Zusammensetzung der Anlage schauen.
Im Oktober 2026 treffen dabei zwei Fragen aufeinander: Wie stark hängt ein Portfolio von Technologiewerten ab? Und können die Gewinne dieser Unternehmen die hohen Investitionen und Finanzierungskosten weiterhin rechtfertigen?
Viele Aktien, ein deutlicher Technologieschwerpunkt
Der MSCI World und der S&P 500 gewichten ihre Aktien nach der Marktkapitalisierung, also dem Börsenwert der Unternehmen. Große Konzerne haben dadurch mehr Einfluss auf die Indexentwicklung als kleinere Unternehmen. Ein ETF, der einen solchen Index abbildet, übernimmt dessen Gewichtung.
Damit kann auch eine Anlage in zahlreiche Aktien einen deutlichen Technologieschwerpunkt haben. Werner Krieger spricht im Marktupdate Oktober vom Klumpenrisiko das in der starken Gewichtung großer Technologiewerte besteht. Für Anleger ist deshalb die Frage relevant, welchen Einfluss diese Unternehmen auf ihre Anlage haben.
Der Indexstand zeigt nur einen Teil des Marktes
Ein stabiler Aktienindex bedeutet nicht, dass sich die enthaltenen Aktien überwiegend stabil entwickeln. Stark gewichtete Unternehmen können den Index stützen, während viele andere Titel bereits nachgeben. Die Entwicklung des Index und die Entwicklung des breiten Aktienmarktes können dadurch auseinanderlaufen.
Die Marktbreite beschreibt, wie viele Aktien eine Marktbewegung mittragen. Ein Anhaltspunkt ist der Vergleich der einzelnen Kurse mit ihrer 50-Tage-Linie, dem durchschnittlichen Kurs der vergangenen 50 Handelstage. So lässt sich betrachten, ob die Stärke eines Index von vielen Aktien getragen wird oder auf weniger Titel konzentriert ist.
Für den Oktober beschreibt Werner Krieger genau diese Spannung: Große Technologiewerte stützen die bekannten Indizes, während sich in anderen Teilen des Aktienmarktes bereits Schwäche zeigt. Der Blick auf den Indexstand allein reicht ihm deshalb für die Beurteilung der Lage nicht aus.
Hohe Investitionen müssen sich in Gewinnen zeigen
Hohe Kreditzinsen erhöhen die Anforderungen an kreditfinanzierte Investitionen. Unternehmen müssen mit ihren Investitionen genügend Ertrag erwirtschaften, um die Finanzierungskosten zu tragen. Bei den großen Technologiekonzernen richtet sich der Blick deshalb auf die Rentabilität ihrer umfangreichen Investitionen.
Die anstehende Berichtssaison wird damit zu einer Bewährungsprobe. Neben den Ergebnissen des dritten Quartals zählen die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate. Können sie ihre Gewinne weiter steigern? Und wie beurteilen sie das Verhältnis zwischen Investitionen und künftigen Erträgen?
Werner Krieger schätzt die Bewertungen einiger Technologiewerte im Video bereits als anspruchsvoll bis teuer ein. Zusammen mit ihrer hohen Gewichtung in den Indizes ist das für ihn ein Anlass, größere Einmalanlagen in entsprechende Aktien-ETFs kritisch zu betrachten.
ETFs: Einmalanlagen oder Sparplan?
Die Einschätzung zu einer größeren ETF-Einmalanlage unterscheidet sich im Oktober-Marktupdate ausdrücklich von der Einschätzung zu einem Sparplan. Bei einem Sparplan werden fortlaufend weitere Anteile gekauft, auch nach Kursrückgängen. Bei einer Einmalanlage wird der größere Betrag zu einem Zeitpunkt investiert.
Werner Kriegers zeigt im Marktupdate Oktober Bedenken im Bezug auf größere Einmalanlagen in marktgewichtete Aktien-ETFs wie solche auf den MSCI World oder den S&P 500. Im Mittelpunkt stehen die Technologiegewichtung und die von ihm als hoch eingeschätzten Bewertungen.
Aktienquote und Branchengewichtung gezielt verändern
Die Aktienquote beschreibt, welcher Anteil eines Portfolios in Aktien investiert ist. Die Branchengewichtung beschreibt dagegen, wie sich die Aktienanlagen auf verschiedene Wirtschaftsbereiche verteilen. Eine geringere Aktienquote und ein geringerer Technologieanteil sind deshalb zwei unterschiedliche Anpassungen.
In der im Oktober-Marktupdate vorgestellten GFA FP Strategie „Die besten Anlagestrategien global“ wurden beide Schritte bereits vorgenommen. Die Aktienquote wurde reduziert und die Gewichtung von Technologiewerten über mehrere Monate schrittweise zurückgenommen.
Gleichzeitig rückten andere Unternehmen stärker in den Blick. Als Beispiele nennt Werner Krieger Deutsche Börse, DHL, GEA und RWE sowie Johnson & Johnson, Merck & Co. und Amgen aus dem US-Gesundheitsbereich. Ihre Bewertungen schätzt er zum Aufnahmezeitpunkt als attraktiver ein.
Diese Veränderungen gehen mit einem vorsichtig positiven Ausblick für Oktober einher. Nach Kriegers Einschätzung haben wichtige charttechnische Unterstützungen bislang gehalten. Er sieht deshalb keinen Anlass, die Aktienquote bereits drastisch zu reduzieren. Für das weitere Vorgehen bleiben die Entwicklung der Kurse und die Unternehmensberichte maßgeblich.